Wir nun der Urlaub teurer
Griechenland steckt zur Zeit in einer grossen wirtschaftlichen Krise. Griechenland hat eine sehr hohe Staatsverschuldung. Die Regierung hat nun einen strengen Sparkurs angekündigt. Die Einnahmen sollen erhöht, die Ausgaben verringert werden. Doch was hat dies für einen Einfluss auf Ferien in Kreta?
Griechenland ist beinahe pleite. In letzter Zeit ist kaum ein Tag vergangen, andem die hohe Verschuldung des Ferienlandes kein Thema war. Die EU drängt Griechenland die Staatsverschuldung, die zur Zeit immerhin gut 12.8 Prozent des BIP beträgt, schnell zu reduzieren. Die Regierung hat angekündigt harte Sparmassnahmen zu ergreifen. Das kommt bei der Bevölkerung auf Kreta und den anderen Insel von Griechenland schlecht an. Niemand möchte hier den Gürtel enger schnallen, niemand möchte auf den Luxus verzichten, den man sich in den letzten Jahren auf Kosten der anderen Ländern in der EU geleistet hat. Also machen die Griechen wieder einmal das, was sie besonders gut können - sie streiken. Ob in Spitäler bei öffentlichen Stellen oder im Flugverkehr gestreikt wurde in den letzten Wochen überall in Griechenland. Dies hatte auch für Touristen Auswirkungen. Flüge wurden gestrichen, Fährverbindungen blockiert und an vielen Orten war auch mit den Bussen oder dem Zug kein Fortkommen mehr möglich. Griechenland streikt und legt damit das ganze Land lahm. Gerade für Urlauber, welche eigentlich einige erholsame Tage auf Kreta verbringen möchten ist dies sehr ärgerlich. Sie sassen am Flughafen in Kreta fest, oder sind gar nicht erst zu diesem gelangt. Griechenland streikt, doch Lösungen sind keine in Sicht. Die Finanzminister der europäischen Ländern haben zwar angekündigt Griechenland im Notfall unter die Arme zu greifen, doch mit konkreten Zahlen tun sie sich sehr schwer. Vorallem deshalb, weil man den Griechen nicht wirklich traut. Die grossen Länder wie Deutschland, Frankreich und England wollen erst sehen, dass es die Regierung von Griechenland ernst meint und die angekündigten Massnahmen auch gegen den Widerstand der Bevölkerung durchsetzen wird. Mittlerweile spekulieren einige Finanzjongleure gar auf einen Staatsbankrott von Griechenland. Soweit dürfte es allerdings kaum kommen, zumal dies auch schwere Auswirkungen auf den Euro haben dürfte. Die europäische Währung ist in letzter Zeit immer wieder stark unter Druck geraten und hat gegenüber dem Franken und dem Dollar deutlich an Boden verloren.
Was hat die aktuelle Wirtschaftssituation für Auswirkungen auf den Urlauber, welcher seine Sommerferien auf Kreta verbringen möchte? Werden Ferien auf Kreta nun teurer oder sogar billiger? Können Individualurlauber nun von der griechischen Schwäche profitieren und für Schnäppchenpreise nach Kreta reisen?
Genau diese Frage hat "Welt Online" den grössten deutschen Reiseveranstalter gestellt. Wie sehen die Reiseveranstalter die Situation für Griechenland und vorallem die Ferieninsel Kreta und Rhodos in naher Zukunft. Die grossen Reiseveranstalter glauben kaum, dass Ferien auf Kreta im Sommer teurer werden. Die meisten gaben an, dass die Preise bereits sehr früh festgelegt werden und man höchstens noch mit höheren Kerosin Zuschlägen rechnen müsste. Wobei die Kerosinpreise ja nicht an die Entwicklung von Griechenland gekoppelt sind. Viele Reisebüros erklärten gegenüber der Zeitung, viele Reisen nach Kreta und in andere Regionen von Griechenland seien in diesem Jahr sogar billiger als im Vorjahr. Einige Preise seien um bis zu sieben Prozent gesunken, erklärt beispielsweise die Verkaufsleiterin von Attika Reisen. Wer einen Pauschalurlaub auf Kreta bucht muss also nicht mit höheren Preisen rechnen. Etwas anders sieht es beim Individualurlaub aus. Wer Kreta auf eigene Faust entdecken möchte, der muss möglicherweise einige Euros mehr springen lassen. Dies vorallem aufgrund der angekündigten Erhöhung der Mehrwertsteuer. Trotzdem bleiben Kreta, Korfu und Rhodos sehr beliebt. Bei Attika Reisen konnte man bisher Buchungszuwächse für die ersten Monate des Jahres 2010 in höhe von sechs Prozent verzeichnen meldet die "Welt.de". Auch der grösste deutsche Reiseveranstalter Tui erklärte, dass sich an den Preisen für Urlaubsreisen nach Kreta im Sommer 2010 nichts mehr ändern werde. Diese seien bereits vor einigen Monaten ausgehandelt worden und fix. Eine Sprecherin erklärte die Preise sind fix und werden sich nicht mehr ändern. Gemäss dem Bericht der Welt verzeichnet TUI bis jetzt ein leichtes Minus was die Buchungen von Griechenland Reisen angeht. Die Unterschiede gegenüber dem Vorjahr seien allerdings nur sehr gering. Einige Regionen wie Korfu und Santorin würden gar höhere Buchungszahlen verzeichnen können.
Mittel- und Langfristig könnten Reisen nach Kreta durchaus etwas teurer werden. Nebst der Mehrwertsteuererhöhung möchte die Regierung in Griechenland auch die Steuern auf Tabak und Spirituosen erhöhen. Auch die Kraftstoffpreise sollen steigen. Damit wird beispielsweise der Transport der Urlauber ins Hotel teurer. Die Hoteliers müssen für ihre alkoholischen Getränke höhere Preise bezahlen und werden versuchen diese auf die Touristen überzuwälzen.
Die Thomas Cook AG erklärte die Preise für Reisen nach Kreta und Griechenland generelll seien gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent gesunken. Thomas Cook werde allfällige Preisreduktionen welche von den Hotels oder den Fluggesellschaften gewährt werden um die Nachfrage auch in dieser schwierigen Zeit stabil zu halten weiter an die Kunden geben. Dies erklärte der Leiter der Kommunikationsabteilung von Thomas Cook gegenüber "Welt Online". Urlaub auf Kreta bleibt also auch im Sommer 2010 eine gute Wahl.
