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24.06.10 10:42 Alter: 2 yrs

Fähren-Streik in Griechenland

Kategorie: News

 

Griechenland kämpft mit einer der grössten Wirtschaftskrise ihrer Geschichte. Das harte aber nötige Sparprogramm der Regierung kommt nicht bei allen gut an. Viele Gewerkschaften haben zu Streiks aufgerufen. Diese Unsicherheit schadet dem Land allerdings noch mehr. Auch auf Kreta sind teilweise leichte Auswirkungen der Streiks in Athen zu spüren.

Griechenland befindet sich in der Krise. Viele Urlauber verzichten zur Zeit aus Angst vor Streiks und Unruhen auf Ferien in Griechenland. Bis jetzt eigentlich völlig zu unrecht. Doch wer noch nicht gebucht hat der weicht für die Sommerferien vermehrt nach Spanien oder Italien aus. Zu gross ist die Angst aufgrund von Streiks und Unruhen in Griechenland festzusitzen. Laut einer Studie des GfK sind die Umsätze im April bei Reisen nach Griechenland in Deutschland um gut 12 Prozent eingebrochen. Zahlreiche Reiseveranstalter sitzen auf ihren gebuchten Kontigenten fest und locken die Urlauber nun mit Billigpreisen. Auch Reisen nach Kreta sind zur Zeit so günstig wie schon lange nicht mehr. Preisnachlässe von 20, 30 Prozent sind keine Seltenheit. Noch günstiger kommt wer bei Last-Minute-Angeboten zuschlägt. Die Nachfrage hält sich zur Zeit noch sehr in Grenzen, was die Anbieter zu weiteren Nachlässen zwingt. Wer zur Zeit Urlaub auf Kreta machen möchte, der kann gleich in mehrfacher Hinsicht profitieren. So sind auch die Preise vor Ort deutlich gesunken. Überall locken Restaurants und Hotels mit Rabatten. Jeder möchte sich vom schrumpfenden Kuchen noch einige Teile sicher und so sein Überleben sicherstellen. Einige Hotels und Restaurants könnten aufgrund der rückläufigen Buchungszahlen untergehen. Für die griechische Wirtschaft ist der Tourismus ein enorm wichtiges Standbein. Ein ziemlich beachtlicher Teil der Menschen hängt direkt oder indirekt von den Touristen ab. Entsprechend gross ist die Sorge der Regierung von Griechenland.

Garantie für Streiks und Naturkatastrophen auf Kreta

Doch nicht nur die andauernde Streikgefahr hält zur Zeit viele Urlauber davon ab Sommerferien zu buchen. Hinzu kommt noch die generelle Wirtschaftskrise, welche sich in den letzten Jahren in Amerika und Europa breit gemacht hat. Viele Menschen müssen den Gürtel enger schnallen und verzichten angesichts der angespannten Wirtschaftslage auf Sommerferien. Auch die Flugkrise aufgrund der Vulkanasche sitz bei den Touristen nach wie vor tief. Viele haben Angst im Falle einer erneuten Naturkatastrophe auf ihren Kosten sitzen zubleiben. Für Kreta und ganz Griechenland ist diese Kombination fatal. Um die Wirtschaft wieder ankurbeln zu können bräuchte es eigentlich mehr und nicht weniger Besucher. Die Regierung hat das Problem erkannt und versucht nun Lösungen auszuarbeiten. Der griechische Tourismusminister Pavlos Geroulanos erklärte laut einer Meldung von Focus.de an einer Pressekonferenz, die griechische Regierung werde für Kosten der Urlauber bei Streiks und Naturkatastrophen aufkommen. Wörtlich erklärte der Minister: "Wir garantieren, für jegliche Extrakosten für Hotelzimmer und Verpflegung von jedem Besucher in Griechenland aufzukommen, selbst wenn er wegen eines Vulkans in Island festisitzt." Damit reagiert das Ministerium auf die grosse Anzahl Stornierungen im Mai und um Ostern. Laut Focus.de sollen die Buchungszahlen beim zweitgrössten Reisekonzern von Europa, bei Thomas Cook um 20 bis 30 Prozent zurückgegangen sein.

Streiks in Piräus verschärften Problem

Viele Urlauber sind verärgert. Sie sitzen aufgrund eines Streiks im Hafen der griechischen Hauptstadt fest. Der Streik bei den Fähren in Griechenland kommt der Regierung denkbar ungelegen, versucht sie doch seit Wochen die Touristen davon zu überzeugen, dass Ferien auf den Griechischen Inseln wie Kreta oder Rhodos auch in diesem Sommer kein Problem sei. Hafenarbeiter haben am Mittwoch 23. Juni das Auslaufen von zahlreichen Fähren verhindert. Sie wollen damit gegen den Sparkus der Regierung von Griechenland protestieren. Allerdings schaden sie sich vorallem selber. Sollten die Urlauber in den kommenden Monaten noch mehr ausbleiben, so können sie wirklich um ihre Arbeitsstellen fürchten. Die festsitzenden Passagiere ärgern sich grün und blau. Die Wut über die Blockade der Griechischen Fähren ist gross. Die meisten Fähren in Griechenland sind in privatem Besitz. Da von der Wirtschaftskrise und den Sparmassnahmen der Regierung vorallem staatliche Unternehmen betroffen sind haben viele gedacht, dass es zu keinen Streiks bei den Fähren in Griechenland kommen wird. Das Problem sind allerdings nicht die Fährunternehmen sondern die Betreiber und Mitarbeiter der Häfen. Diese sind in staatlichem Besitz. Laut Medienberichten soll es am Hafen in Piräus gar zu einigen Handgemengen zwischen Feriengästen und Hafenarbeiter gekommen sein. Die Touristen kamen am Mittwochmorgen zum Hafen und wollten mit ihren Fähren die griechischen Inseln anlaufen. Zuvor hatte ein griechisches Gericht die Streiks für unzulässig erklärt. Die Reedereien und Fährunternehmen wollten daraufhin am nächsten Tag die Fährverbindungen wieder planmässig aufnehmen. Die Hafenmittarbeiter legten allerdings mit wilden, wohl illegalen Streiks, den Fährbetrieb weiter still. Viele Touristen klagen, dass sie nicht rechtzeitig zu den Inseln gelangen werden und so viel Geld verlieren. Ob die Griechische Regierung wirklich wie versprochen die Urlauber für ihre Unkosten entschädigt bleibt abzuwarten und ist angesichts des Chaos, welches zur Zeit in den Behörden von Griechenland herrscht wohl eher zu bezweifeln. Noch ist unklar wielange der Streik anhalten wird und wann die Fähren endlich starten können. Durch die Verzögerung des Auslaufens der Fähren in Athen kommt es natürlich auch zu Verspätungen und Problemen des Fährbetriebs auf den griechischen Inseln wie Kreta. Die Schiffe absolvieren meistens eine Rundroute, welche in Piräus startet. So kommen auch die Urlauber auf Kreta zu unangenehmen Überaschungen obwohl auf der Insel Kreta eigentlich gar nicht gestreikt wird. Wer allerdings von Kreta mit der Fähre beispielsweise nach Santorin oder  Rhodos gelangen möchte, der sollte sich vor der Abreise erkundigen ob diese Fährverbindungen überhaupt durchgeführt werden. Gut möglich, dass das Schiff noch immer in Piräus festsitzt und noch gar nicht nach Kreta gelangt ist. So oder so für Urlauber auf Kreta bedeuten die Streiks zusätzlichen Ärger und Aufwand - Vertrauen in Griechenland schafft man dadurch sicherlich nicht.